Externer Stromanschluss und Laden

230V Anschluss, Steckdosen im Fahrzeug, Autobatterien Laden und ein praktisches Setup, das im Alltag nicht nervt.

Stromanschluss unter dem Beifahrersitz.
Hinweis
Bei der Verlegung vom stromführenden Leitungen ist besondere Sorgfalt und gewissenhaftes Arbeiten gefragt. Wenn du dir unsicher bist, such dir lieber Unterstützung oder frag nach. Sauberes Arbeiten und Planung erspart dir im Anschluss auch die aufwendige Fehlersuche!

Kurz Überblick

  • Nachrüstung einer externen 230V Stromversorgung.
  • Die Stromversorgung führt unter der Motorhaube über eine ungenutzte Kabeltülle in das Fahrzeug hinein. Neben der Stromversorgung der Ladegeräte für die Batterien habe ich unter dem Fahrersitz drei zusätzliche 230 Volt Steckdosen eingebaut.
  • Ohne Ladegeräte belaufen sich die Kosten für die Nachrüstung auf ca. 90 €. Für zwei Ladegeräte kommen je nach Auswahl der Geräte zwischen ca. 160 - 260 € hinzu.
  • Arbeitszeit ca. 4-6h.

Schritte

Schritt 1: Vorbereitung mit Sitzausbau

Startbatterie abklemmen: Als erstes muss die Startbatterie abgeklemmt werden, um Fehlermeldungen der Fahrzeugelektronik zu vermeiden. Um eine Startbatterie sicher zu trennen, muss man die Reihenfolge beachten: Zuerst den Minuspol (schwarz) abklemmen, dann den Pluspol (rot), um Kurzschlüsse zu vermeiden, da der Minuspol mit der Karosserie verbunden ist. Beim Wiederanschließen wird die Reihenfolge umgekehrt: Zuerst den Pluspol, dann den Minuspol verbinden.

Ausbau der Sitze: Nachdem die Startbatterie abgeklemmt wurde, können die gelben Stecker unter den Sitzen getrennt werden. Diese Stecker sind mit dem Airbag verbunden und generieren bei ihrer Trennung bei angeschlossener Batterie eine Fehlermeldung. Diese Stecker später unbedingt wieder anschließen. Um die Sitze anschließend zu demontieren löst man die jeweils vier Muttern und hebt die Sitze nach oben ab, was auch alleine noch relativ gut funktionieren kann. Unterstützung ist dabei trotzdem ratsam. Ohne Ratsche kann die Demontage der vier Sechskantmuttern etwas mühselig werden.

Versorgerbatterie ausbauen: Für die Kabeldurchführung zum Fahrersitz muss die Batterie unter dem Fahrersitz vollständig ausgebaut werden. Dafür beachtet man wieder die Reihenfolge von oben und trennt alle Verbindungen.

Schritt 2: Kabelverlegung im Motorraum

Kabelauswahl: Beim Kabel habe ich mich für ein robustes PU Outdoor Kabel mit 2,5 mm Querschnitt entschieden. 1,5 mm würde im Normalfall auch ausreichen, aber lieber etwas überdimensionieren, um sicher zu gehen. Zum Schutz und zur besseren Sichtprüfung bei Maderbissen habe ich es im Motorraum zusätzlich mit einem Gewebeband umwickelt. Ich habe insgesamt ca. 6 m Kabellänge benötigt.

Kabelverlegung ausgehend von der Startbatterie.

Das Kabel wird nun ausgehend von der Startbatterie, wie auf dem Foto markiert, möglichst weit oben und hinten im Motorraum zur Tülle verlegt. Bei mir war es nicht notwendig das Kabel zusätzlich mit Kabelbindern zu befestigen, kann aber sinnvoll sein..

Kabelverlegung im Motorraum.

Für den Zugang in das Fahrzeuginnere habe ich eine ungenutzte Kabeltülle auf der Beifahrerseite im Motorraum gewählt, da ich sowieso zusätzliche Steckdosen unter dem Beifahrersitz montieren wollte. Eine andere beliebte Route führt auf der Fahrerseite im Bereich der Scheibenwischer in das Fahrzeuginnere. Hier müssen jedoch mehr Bauteile demontiert werden.

Kabeldurchführung an der Tülle ins Fahrzeuginnere.

Die Tülle muss mit einem Schraubenzieher eventuell aufgestochen werden. Das Kabel drückt man einfach hindurch und schiebt es erst mal bis zu einem Meter durch.

Was man alles benötigt

Schritt 3: Kabeldurchführung in das Fahrzeuginnere

Im Fahrzeuginneren kommt das Kabel nun unter dieser schwarzen Abdeckung im Fußraum zum Vorschein. Die Abdeckung lässt sich mit Kreuz-Schraubenzieher einfach demontieren. Das Kabel wird nun soweit durchgezogen, bis bei der Startbatterie noch ca. ein halber Meter übrig bleibt. Das nun übrige Kabel im Motorraum habe ich zum Schutz zusätzlich mit Gewebeband umwickelt.

Verkleidung am Kabeleingang Beifahrerseite.

Im nächsten Schritt schiebt man das Kabel unter den Teppich und sucht entlang des Radkastens, eventuell zur Stufe am Einstieg oder auf direktem Wege einen Pfad bis unter dem Beifahrersitz. Das Kabel sollte hier nun durch die Öffnung im Teppich zum Vorschein kommen. Nun zieht man das Kabel soweit wie möglich durch und hat den ersten Abschnitt geschafft.

Kabelaustritt unter dem Beifahrersitz.

Möchte man zusätzliche Steckdosen montieren, schneidet man das Kabel mit einer ausreichenden Länge ab und verbindet ein ca. 30 cm langes Kabelstück und den Rest des Kabels im Schutze einer Abzweigdose. Die Adern sollten dabei sorgfältig abisoliert und mit Adernhülsen versehen werden. Die jeweils drei farbig gleichen Adern werden dann mit Verbindungsklemmen verbunden.

Kabelverbindung in der Abzweigdose.

Was man alles benötigt

Schritt 4: Kabelführung im Fahrzeug

Für den letzten Schritt der Kabelverlegung wird das Kabel in der Öffnung unterhalb des Beifahrersitzes wieder weitergeführt. Quer zum Fahrzeug, auf direktem Wege zur Fahrerseite, führt unter dem Teppich eine Mulde entlang, in der das Kabel bis unter den Fahrersitz durchgeschoben werden kann. Bei mir hat es zwischendurch etwas gehakt und ich musste mit einem Zollstab weiterhelfen, um das Kabel vorwärts zu schieben. Notfalls könnte man auch eine Schnur an einem Zollstab durchschieben oder durchziehen, um daran das Kabel von der anderen Seite durchzuziehen.

Schritt 5: Stecker montieren und Anschlüsse

Die zwei bzw. drei Kabelenden werden im nächsten Schritt nun mit Schukosteckern verbunden. Im Motorraum kommt ein „männlicher“ Stecker zum Einsatz. Im Kasten für die Startbatterie ist ausreichend Platz, um ein Ladegerät für die Batterie, ein 20 m langes CEE-Verlängerungskabel und einen Personenschutz-Stecker unterzubringen. Diesen Schutzstecker sollte man unbedingt zur Sicherheit nutzen. Später dazu mehr. An das zusätzlich abgezweigte Kabel unter dem Beifahrersitz und an das Kabelende unter dem Fahrersitz montiert man jeweils einen „weiblichen“ Stecker.

CEE-Verlängerungskabel und Zubehör im Batterieraum.
Schukostecker am Beifahrersitz.

Was man alles benötigt

Schritt 6: Ladegeräte und Adapter

Ladegeräte: Zum Laden der Versorgerbatterie empfehle ich das MXS 10 von CTEK. Ich bin damit sehr zufrieden. Einmal an die Batterien angeschlossen und eingestellt, beginnt das Laden automatisch, sobald der Strom wieder angeschlossen wird. Die kleineren Varianten MXS 5.0 bzw. MXS 7.0 sind etwas günstiger, laden die Batterien allerdings auch nur mit etwa der Hälfte bzw. zwei Dritteln der Geschwindigkeit. Für die Startbatterie reicht das MXS 5.0 normalerweise aus. Die Ladegeräte werden fest an die Pole der Batterien geschraubt und an die Stromversorgung angeschlossen. Das Ladegerät wird unter den Fahrersitz geschoben und dort an das durchgeführte Kabel mit montierter Schuko-Kupplung (Steckdose) angeschlossen. Die Ausgänge des Ladegeräts müssen fest an die Batterie angeschlossen werden.

Verlängerungskabel: Ein 20 m CEE-Verlängerungskabel reicht in der Regel am Campingplatz völlig aus. Dieses Kabel hat im Ausgang einen CEE-Anschluss und eine zusätzliche Schuko-Steckdose. An die Steckdose schließe ich das Verlängerungskabel zur Stromzufuhr ins Auto an. Mit einem CEE-Adapter erhalte ich eine weitere Schuko-Steckdose, um das Ladegerät für die Startbatterie anzuschließen.

Adapter: Mit dieser CEE-Adapterleitung lässt sich das Verlängerungskabel einmal an eine normale Steckdose anschließen und der CEE-Ausgang des Verlängerungskabels für das Ladegerät der Startbatterie nutzen.

Schutzstecker: Ein zusätzlicher Personenschutz-Stecker schützt den Stromkreislauf im Fahrzeuginneren bei Kurzschlüssen und sollte unbedingt genutzt werden. Diesen Schutzstecker schließt man zwischen den Schukostecker des Verlängerungskabels und dem Kabel, welches nun in das Fahrzeug hinein führt. Alle Kabel, Adapter und das Ladegerät lassen sich nun im Bereich der Startbatterie verstauen. Das angeschlossene Verlängerungskabel kann man unter der geschlossenen Motorhaube durchführen, man sollte es beim Losfahren aber niemals vergessen und sich bei Bedarf eine Erinnerung an das Lenkrad hängen.

Personenschutz-Zwischenstecker im Stromkreis.
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Was man alles benötigt

Schritt 7: Steckdosen im Fahrzeug

Zur Montage der Steckdosen muss die Abdeckung unter dem Beifahrersitz mit einem passenden Dosenbohrer aufgebohrt werden. Zusätzliche Löcher sind zur Verschraubung erforderlich. Die Verkabelung sollte ungefähr wie hier dargestellt aussehen.

Übersicht der Verkabelung für die Steckdosen.

Was man alles benötigt

Fazit

Gesamtergebnis:
Das Gesamtsystem hat sich auf vielen Campingreisen und Ausflügen bewährt, ist wartungsfrei und am Platz in wenigen Minuten angeschlossen. Probleme gab es bislang keine.
Steckdosen:
Die Steckdosen unter dem Fahrersitz wirken hochwertig und sind im Alltag super praktisch, um schnell Föhn, Laptop-Ladegerät oder andere Geräte einzustecken. Alle drei habe ich selten gleichzeitig gebraucht, aber lieber haben als brauchen.
Kabelverstauung:
Die Verstauung des 20 m Kabels samt Ladegerät und Schutzstecker im Bereich der Startbatterie ist ideal. Man hat immer alles dabei, muss das Kabel nur sauber aufrollen. Die Motorhaube lässt sich in der ersten Rastposition problemlos schließen, wenn das Kabel noch herausgeführt ist.
Batterie Ladung:
Die Batterien werden mit den einmal eingestellten Ladegeräten automatisch geladen und auf voller Ladung gehalten, sobald der externe Anschluss steckt. Einfach, zuverlässig und unkompliziert.